Akademische Jagdverbindung Hermann Löns

Studieren und Jagen – in der Gemeinschaft unschlagbar!

Unser Verband WJSC

Der Wernigeroder Jagdkorporationen Senioren-Convent (WJSC) ist der Zusammenschluß von Jagdkorporationen, die an Universitäten und Fachhochschulen bestehen. Er bekennt sich zur Förderung ernsten wissenschaftlichen Strebens, zur Pflege der Jagd und deren erhaltenswerten Traditionen, zum studentischen Brauchtum, zu tolerantem Verhalten, zur Freundschaft auf Lebenszeit, zum Tragen von Farben, zum verbandsbrüderlichen “Du” und zur Mensur auf der Grundlage der persönlichen Entscheidung.

Embleme des WJSC sind Siegel und Banner mit der Silhouette des Schlosses Wernigerode und die Abwurfstange eines Sechserbockes, die als Reversnadel am linken Rockaufschlag getragen wird.

Die grundlegende Idee, Jagd und Korporation zu verbinden, war von 4 Studenten der Landwirtschaftlichen Hochschule zu Berlin geboren und mit der Stiftung des Jagdcorps Masovia im Jahre 1914 erstmals verkörpert worden ,,Pflege des edlen Waidwerks im studentischen Streben zu vereinen sowie Verständnis für Hege und Jagd zu vermehren und im ganzen deutschen Volke auszubreiten”, so formulierte die Idee Wilhelm Hunke Masoviae 1924 in den Mitteilungen des Kartells Akademischer Jagdverbindungen (KAJV). Durch die Verbindung der Begriffe Jagd und Corps bekam die Idee ihre feste Form. Dieses, am 31. Januar 1922 gegründete Kartell Akademischer Jagdverbindungen ist der Vorläufer des WJSC. Das Kartell beschloß, als gemeinsames Symbol die Abwurfstange eines Rehbockes (Sechserbock) am Rockaufschlag zu tragen. Die jährlichen Kartelltage fanden im Wechsel an den Orten seiner Mitgliedsverbindungen statt.

In Hannover wurde aus dem akademischen Jagdsportclub 1921 der Akademische Jagdverein Borussia, mit dem die Masovia 1922 den ersten jagdstudentischen Korporationsverband, das Kartell Akademischer Jagdverbindungen mit der Abwurfstange eines Rehbocks als Verbandssymbol ins Leben rief. In der Statistik der damaligen völkischen, paritätischen und jüdischen Korporationsverband wurde er unter ,,VöIkisch – außerhalb des Erlanger Verbändeabkommens – mit unbedingter Satisfaktion – farbentragend” als 47. Korporationsverband eingeführt. In der Folge entstanden in Halle aus der Arbeitsgemeinschaft waidgerechter Jäger 1924 das Jagdkorps Hubertia Halle, im gleichen Jahr der 3. Bund im Kartell, und in Breslau aus einem Jägerstammtisch über die Akademische Schützenschaft Hubertia 1926 das Jagdcorps Hubertia Breslau, das 1927 als 4. Bund im Kartell aufgenommen wurde. Am 2. und 3. Juli 1927 tagte das Kartell auf Einladung des damaligen Präsidenten des Allgemeinen Deutschen Jagdschutz-Verbandes, dem Vorläufer des heutigen Deutschen Jagdschutz-Verbandes, des Fürsten Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode erstmals in der Stadt, die seitdem Namensgeber und Tagungsort des Verbandes ist, in Wernigerode.Das Kartell benannte sich damals unter Beibehaltung von Satzungen und Verbandssymbolen um in Wernigeroder Jagdcorps Senioren-Convent. Gleichzeitig wurde das Pflichtmensurprinzip verbandsverbindlich und der Antrag auf Aufnahme in den Allgemeinen Deutschen Waffenring gestellt.

Der akademische Jagdverein Borussia zu Hannover nahm das zum Anlaß, den Verband zu verlassen. Organ war die Deutsche-Jagdcorps-Zeitung (1929). Im Wernigeroder Jagdcorps Senioren-Convent wurden in der Folge aufgenommen:

1928 das Jagdcorps Saxo-Frankonia zu Tharandt, das aus einem Freundeskreis, der Tharandter Wildenschaft entstanden und zuletzt als Freie Burschenschaft Saxo-Frankonia konstituiert war, und das Jagdcorps Hubertia zu Leipzig, das 1922 gestiftet wurde und zwei Stifter mit dem Jagdcorps Masovia Berlin gemeinsam hat, 1929 das Jagdcorps Saxo-Silesia Dresden, die erste Stiftung ganz aus dem WJSC heraus und 1933 das Jagdcorps Rugo-Suevia zu Bonn, das jedoch über die Renoncenzeit nicht hinauskam, da der Wernigeroder Jagdcorps Senioren-Convent suspendierte.

Das Korporationsverbot der Nationalsozialisten und der 2. Weltkrieg erzwangen das vorläufige Ende einer hoffnungsvollen Entwicklung. Vor der Suspendierung am 13. Mai 1934 gehörten dem Verband 7 Jagdkorporationen in Berlin, Breslau, Bonn, Dresden, Halle, Leipzig und Tharandt mit 292 Mitgliedern an. Aus der beachtlichen Zahl der für Jagd und Natur tätigen Verbandsbrüder aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Praxis seien stellvertretend genannt:

Heinrich der Niederlande, Prinzgemahl der Königin Wilhelmina und Großvater der gegenwärtig regierenden König Beatrice, der zum Begründer des Naturschutzes in Holland wurde,

Adolf Friedrich Herzog zu Mecklenburg-Schwerin, der neben seinen Tätigkeiten als Gouverneur von Togo, Präsident des Nationalen olympischen Komitees vor und nach dem 2. Weltkrieg, Tierforscher in Afrika wie kein anderer das Ansehen und den Ruf der deutschen Jägerei im Ausland gefestigt und gefördert hat und

Fritz Bley, der unter anderem maßgeblichen Anteil an der Gründung einer ersten deutschen Forschungsstelle für Jagdkunde, an Regelungen zum Schutze des Elchwildes und am Wildschutz in unserem damaligen Kolonien und an der Einrichtung der Tierschutzgebiete Etoschapfanne in Südwest hatte. In seiner rastlosen Schriftstellertätigkeit fand unsere Idee manchen Niederschlag.

In den Jahren 1934 bis 1945 war es nur dem Jagdcorps Masovia aufgrund besonderer Umstände möglich, in Berlin den aktiven Corpbetrieb weiterführen zu können. Dort konzentrierten sich deshalb alle Kräfte mit dem Ziel, zu überleben. Bis zum 05. Und 06. Juni 1939 wurden Wernigeröder Tagungen organisiert. Unser unermüdlicher Vbr. Prof. Dr. Hermann Pohle verschickte 1935 bis 1942 insgesamt 242 Druckseiten Mitteilungen an alle bekannten Anschriften und hielt damit den persönlichen Kontakt zu den ihm bekannten Mitgliedern. Er rettete Banner, Inventar und Archivunterlagen über die Zeit. Ihm verdanken wir die verbandsweite Aufrechterhaltung des WJSC in dieser Zeit. Stiftungsfeste, Kneipen und Schießen wurden bis 1944, zuletzt vor Kriegsende eine Weihnachtsfeier am 17. Dezember 1944, durchgeführt.

Nach dem 2. Weltkrieg lagen 5 von 7 Hochschulorten der Bünde des WJSC im kommunistischen Machtbereich. 57 von 292 Mitgliedern hatten überlebt, knapp 20%! Es mußte wieder ganz von vorne angefangen werden. Aber getragen von einer großen Begeisterung und Liebe zur Natur und Jagd bracht es ein kleines Häuflein Aufrechter und Unentwegter fertig, erneut die Saat zum Keimen und die Idee zum Blühen zu bringen. Sie stifteten neue Jagdverbindungen in Bonn – Hubertia – und in Münster – ,,Hermann Löns” -, die mit dem reaktivierten Jagdcorps Masovia am 15. September 1956 in Hannover den Verband als Wernigeroder Jagdkorporationen Senioren-Convent restituierten. Nach zunächst wechselnden Tagungsorten fanden die jährlichen Verbandstage von 1964 bis 1990 in Spangenberg statt. Nach dem Fall der Mauer kehrte der Verband 1991 an seinen Gründungsort Wernigerode am Harz zurück.

Die Zahl der Mitgliedscorporationen nahm bis heute kontinuierlich zu. Auf dem Verbandstag 1992 wurde als erste Jagdcorporation aus den neuen Bundesländern die FAJC Cervidia zu Tharandt aufgenommen. 1995 wurde dann auch die AJC Brandenburgia auf dem Verbandstag ein vollwertiges Mitglied . Seitdem umfaßt der WJSC 19 Mitgliedsverbindungen aus Deutschland und Österreich mit über 200 Aktiven und 600 Alten Herren.

In der Gegenwart versteht sich der WJSC mit seinen Jagdkorporationen als ein Hüter von Natur, Umwelt und Jagd. Er fühlt sich zur Mitwirkung an entsprechenden gesellschaftlichen und politischen Entscheidungen verpflichtet und unterstützt aktiv und ideell alle dem Natur-, Tier- und Umweltschutz sowie der Jagd dienenden Maßnahmen. Er bietet Experten zu ausgewählten Gebieten des Jagdwesens und des Naturschutzes für Stellungnahmen zu aktuellen Planungen oder Eingriffen sowie für Vorträge und Seminare an. Als vom Bundesministerium für Inneres und vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Forsten anerkannter Fachverband, nimmt er Anhörungs- und Mitwirkungsrechte in waffen- und jagdrechtlichen Fragen war. Nach Kräften wirkt der WJSC an den Belangen des deutschen Korporationswesens im Convent Deutscher Korporationsverbände (CDK) und im Convent Deutscher Akademikerverbände (CDA) mit. Den Conventen gehören Aktiver Verband und Altherrenverband seit 1957, dem Jahr nach der Wiedererrichtung an.

Text: Teile des Textes sowie das sw-Foto stammen aus dem WJSC-Journal 4/94 “Jagd und Korporation – Erbe und Auftrag einer Idee” von Vbr.Herrn Dr. Leßmann, JC! Masovia Berlin. Die endgültige vorliegende Fassung stammt von Alexander Schille, AJC! Brandenburgia zu Eberswalde.

 

Weitere Informationen finden Sie hier:

Homepage des WJSC

Die WJSC-Verbindungen:

Bullet Jagdcorps Masovia Berlin
Bullet Akademische Jagdverbindung “Hermann Löns” zu Münster
Bullet Akademische Jagdcorporation Nimrod zu Paderborn
Bullet Akademische Jagdverbindung Hubertia Ruhr zu Bochum
Bullet Jagdcorps “Hubertia” Leipzig
Bullet Jagdverbindung Hubertia Bonn und Halle zu Bonn
Bullet Akademische Jagdverbindung Huberto-Holsatia Kiel
Bullet Studentische Jägerschaft Bergisch Land Wuppertal
Bullet Forstakademische Jagdcorporation Cervidia Tharandt
Bullet Akademische Jagdverbindung Hubertia Aachen
Bullet Akademische Jägerschaft St. Eustachius Würzburg

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