Akademische Jagdverbindung Hermann Löns

Studieren und Jagen – in der Gemeinschaft unschlagbar!

JC! Hubertia zu Leipzig

Wer uns kennenlernt, wird sich vielleicht über unsere zweite Couleur wundern: viele von uns tragen zusätzlich zum grün-schwarz-weißen Band ein grün-gold-rotes.
Dies sind die Farben unseres Traditionscorps, des JC! “Hubertia” Leipzig.

Als nämlich die Idee des Jagdstudententums Anfang der 20er Jahre unseres Jahrhunderts aufkam, waren auch in Leipzig begeisterte Jäger dabei, ein jagdliches Korporationswesen aufzubauen. Die Herren Troje, Rasch, Gorr und v. Gause gehörten zu den ersten, denen dies am 11.2.1922 mit der Gründung des JC! “Hubertia” gelang. Unter dem Wahlspruch “Treu-wahr-waidgerecht” trugen sie die oben bezeichneten Farben; getreu dem Charakter eines Jagdcorps waren sie sämtlich Jäger und pflichtschlagend. Mensurwaffe war der – damals noch erlaubte – Säbel. übrigens ist dies das älteste Jagdcorps überhaupt: die vorher gegründeten jagdlichen Korporationen haben sich erst später zu einem Corps umgewandelt. Dem damaligen WJSC, dem “Wernigeroder Jagdcorps Senioren-Convent”, trat es mit Wrkung zum 2. Juli 1927, dem Gründungsdatum, bei und trug so maßgeblichen Anteil daran, daß eine überregionale Verknüpfung von Jagdcorps entstehen konnte.

Das Jahr 1934 war dann jedoch ein vorläufiger Schlußpunkt der hoffnungsträchtigen Entwicklung. Die Korporationen waren den Machthabern der NSdAP ein Dorn im Auge; es erging – im Rahmen der Gleichschaltung – die Verpflichtung, sämtliche Korporationen im “NSdStB”, der Studentenorganisation der NSdAP, auf- bzw. untergehen zu lassen. Getreu ihrem der Freiheit verpflichteten Denken ließen sich die “Huberten” darauf nicht ein. Logische und einzig mögliche Konsequenz war, das Corps zu suspendieren: das bedeutet, den aktiven Betrieb so lange ruhen zu lassen, bis eine Betätigung im wirklich gewollten Sinne wieder möglich sein würde.

Die Geschichte hat dies nicht gestattet. Zwar ging die schwärzeste Zeit der deutschen Geschichte nach schier endlosen 12 Jahren zu Ende – die Folgen jedoch waren die bekannten schwerwiegenden. Leipzig hat auch nach dem Krieg seine Freiheit nicht in dem Maße wiedererlangt, daß eine Wiederaufnahme des Jagdcorps möglich gewesen wäre; DDR-Gesetzgebung und neuerliche Parteidoktrin verhinderten dies. Die verbliebenen “Alten Herren” des Jagdcorps standen also vor dem Problem, die Flamme trotz ihres eigenen fortschreitenden Alters am Brennen zu erhalten, ohne dies in Leipzig selbst tun zu können.

In dieser Situation entstanden die ersten Kontakte mit den angehenden Münsteraner Jagdstudenten, den Vorläufern unserer AJV! “Hermann Löns”. Hier wurde dann die Lösung gefunden: Da eine Tätigkeit in Leipzig selbst auf nicht absehbare Zeit unmöglich war, mußte die Flamme übergeben werden; von Generation zu Generation von Studenten. Zu diesem Zweck schlossen am 15.9.1956 die AJV! “Hermann Löns” und das JC! “Hubertia” den noch heute bestehenden Traditionsvertrag, der im wesentlichen folgenden Inhalt hat:
Die AJV! “Hermann Löns” trägt die Farben des JC! “Hubertia”, bis ihr eine Wiederbegründung in Leipzig gelingt.

Diese Aufgabe wurde erfüllt, als der Traditiomschargierte auf der Abkneipe für das Wintersemester 2000/2001 in Leipzig den Schläger für den Inoffiz an den zuvor gewählten Senior (den ersten seit 1934) übergab.

Text: Henning Rodekohr

Weitere Informationen finden Sie hier:
Homepage des Jagdcorps Hubertia zu Leipzig

Akademische Jagdverbindung Hermann Löns